nach oben

Kirchen und Kapellen

Lageplan

Stadtpfarrkirche St. Johannes

Auf dem höchsten Punkt des Stadtbergs ragt die gotische Pfarrkirche St. Johannes empor und blickt weit hinaus ins Naabtal. Der Regensburger Bischof Ignatius von Senestrey nannte sie einst den "Johannesdom" – und dabei hatte er gar nicht so unrecht. Ihre Bauzeit fällt mit der des Regensburger Domes zusammen: von 1290 bis etwa 1350 mühten sich die Baumeister und Steinmetze, die dem Stil nach unverkennbar aus der Regensburger Dombauschule stammen. Die Anlage als dreischiffige, doppelchörige Säulenbasilika mit ursprünglich zwei Türmen (der Nordturm brannte nach einem Gewitter 1536 und stürzte ein) erinnert an mächtige Kathedral- und Klosterkirchen wie St. Emmeram in Regensburg, das Münster auf der Insel Reichenau oder den alten Kölner Dom. Der Johannesdom gehört damit zu den bedeutendsten gotischen Bauten Nordbayerns.

Das baugeschichtlich älteste Stück der Kirche ist wohl die Sakramentsnische rechts vom Hauptaltar. Ebenso interessant sind die Schlusssteine im Kreuzrippengewölbe, die die Hand Gottes, einen Christuskopf, ein Osterlamm, einen Pelikan, den Heiligen Geist, eine Schlange, einen bärtigen Kopf und Blumenmotive zeigen.
In gotischer Zeit besaß die Kirche 11 Altäre (Hauptaltar St. Johannes, 12 Apostel, St. Erasmus, St. Achatius, St. Barbara, Hl. Kreuz, St. Sebastian, St. Leonhard, St. Antonius, St. Maria Magdalena und Unsere liebe Frau). Von diesen Altären ist außer der Madonna auf der Mondsichel im linken Seitenschiff (1470) leider nichts mehr erhalten – einiges ist dem Bildersturm zum Opfer gefallen, manches war zuvor schon "modernisiert" worden. Die Figuren, die heute am rechten Seitenaltar zu finden sind, waren ursprünglich in der Sebastianskapelle, die das Hauptportal überbaut.

Die beiden Kapellen über den Eingängen stammen aus dem 15. Jh. (Nordportal) bzw. von 1700 (Hauptportal). Am Hauptportal kann man in den Türzwickeln zwei Reliefs erkennen, die Geburt und Darstellung Jesu im Tempel zeigen (um 1330). Die Gewändefiguren sind leider nicht erhalten.
Der Taufstein, der heute im Westchor steht und als solcher benutzt wird, stammt aus dem Jahr 1492, der Taufstein im Haupteingang, der mittlerweile als Weihwasserbecken dient, stammt aus neogotischer Zeit.

Im nördlichen Seitenschiff sind noch drei originale Glasfenster aus dem 14. Jh. zu sehen, die ursprünglich im Ostchor eingebaut waren: Christus, das Kreuz tragend, Christi Himmelfahrt und die Erscheinung Christi vor Maria Magdalena an Ostern. Die übrigen "neuen" Glasfenster stammen aus der Zeit von 1881 bis 1905. Aus derselben Zeit stammt der heutige neogotische Hochaltar. Aus der Renaissance-Zeit ist die Kanzel von 1526 (mit Stadtwappen) übrig geblieben, ihr neogotischer Aufbau wurde 1962 entfernt. In dieser historisierenden Umbaumaßnahme gingen auch die Seitenaltäre, die Beichtstühle und der Kreuzweg verloren. Der ebenfalls nicht "historische" Hauptaltar wurde nach wenigen Jahren auf Verlangen der Bevölkerung wieder aufgestellt.
In der Kirche verteilt finden sich noch Grabsteine von Mitgliedern wichtiger Nabburger Familien bzw. Nabburger Geistlicher (16.-18. Jh.).

Außen an der Kirche findet sich neben dem Haupteingang noch ein bemerkenswertes Sandstein-Relief, das die Kreuzabnahme und Grablegung Christi zeigt (14. Jh.), sowie am Nebeneingang die Figur eines Schmerzensmanns, dem leider der originale Kopf fehlt.

Im Südturm, der das verheerende Gewitter von 1536 überstanden hat, hängen seitdem die fünf Glocken: Große Glocke (1538, 1800 kg), Feuerglocke (1628, 1200 kg), Gebetsglocke (1537, 658 kg), Wandlungsglocke (1554, 180 kg) und Sterbeglocke (18. Jh., 90 kg). Die Türmerstube über der Glockenstube war bis ins 20. Jh. bewohnt und kann jeweils zum Mittelalterlichen Markt auch besichtigt werden.


St. Peter und Paul - Perschen

Die den Aposteln Petrus und Paulus (Patrozinium: 29. Juni) geweihte Kirche stammt aus dem Jahr 1122, hatte einen Vorgängerbau wohl aus dem 9. Jh. Perschen war als Urpfarrei des Naabtals bischöfliches Eigentum; etwa 1160 überließ Bischof Hartwich sie mit ihren Einkünften dem Domkapitel Regensburg. Bis ins 17. Jh. war hier der Sitz der Pfarrei Nabburg, bis er hinauf an die jetzige Stadtpfarrkirche verlegt wurde. Der nebenliegende Edelmannshof war ursprünglich der Pfarrökonomiehof und stammt im Kern aus dem 13. Jh. Heute ist Perschen eine Filiale von Nabburg.

Die romanische, dreischiffige Pfeilerbasilika hatte ursprünglich im Langhaus und im Presbyterium hölzerne Flachdecken. Im 15. Jh. wurde die Sakristei angebaut. Auch die Verbindung der Türme stammt aus späterer Zeit. Die Glocken stammen noch aus dem 14. Jh. Aus der ursprünglichen Kirche hat sich der runde Taufstein mit Vierpassfries und Spitzbogenblenden erhalten, außerdem stammen die Kapitelle an den Säulen noch aus romanischer Zeit – die Basen sind leider nicht mehr sichtbar, da der Fußboden früher etwa 40cm tiefer lag. Die gotischen Fresken zeigen die törichten und klugen Jungfrauen sowie die 4 Evangelisten, Christus in der Mandorla und den Hl. Georg.

1752/1753 wurde die Holzdecke durch die heute vorhandene Wölbung ersetzt und die Kirche vom Maler Johann Franz Lidtmann aus Nabburg in barocker Manier ausgestattet. 1880 wurde sie renoviert, die gotischen Fresken im Chor wurden 1904 restauriert. Eine erneute grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte im Jahr 2000.

Kunstgeschichtlich bedeutend ist vor allem die Friedhofskapelle St. Michael, der Karner von Perschen. Der romanische zweigeschossige Rundbau (Mitte 12.Jh.) beinhaltet im Obergeschoss eine Kapelle mit Kuppel, die komplett mit Fresko-Malerei ausgestattet ist (das himmlische Jerusalem mit Heiligen, Aposteln, Jungfrauen, Maria als Meeresstern, Christus in der Mandorla, Evangelisten, drei Seelen in Abrahams Schoß). Im Untergeschoß wurden ursprünglich die Gebeine aufbewahrt.


Mariä Heimsuchung - Brudersdorf

Die Gründung der Brudersdorfer Kirche "Mariä Heimsuchung" fällt in romanische Zeit. Die Kirche ist eine romanische Chorturmanlage, das Südfenster und das Westportal stammen bereits aus gotischer Zeit. Noch in der Gotik wurde die Kirche erweitert und ihre heutige Gestalt erhielt sie im Barock. Im Kirchenschiff finden sich bemerkenswerte Reste von gotischer Bemalung, die allerdings nach ihrer Freilegung wieder übertüncht wurden. Erwähnenswert sind eine Steinmadonna (Mitte 14. Jh.) und das gotische Taufbecken. Das Patrozinium fällt auf den 2. Juli.

St. Josef - Unteraich

Die aus der Gotik stammende Filialkirche St. Josef in Unteraich kam 1660 zum Nabburger Pfarrsprengel. Ursprünglicher Kirchenpatron war allerdings St. Leonhard. Ende des 18 Jh. wurde der Rokokoaltar aufgestellt, der Kreuzweg datiert von 1778, beide schuf der Nabburger Künstler Christoph Luybl. Das Patrozinium wird am 19. März gefeiert.

Friedhofskirche St. Georg

Neben einem noch erhaltenen romanischen Turm (mit Storchennest seit 1644!) schließt sich das barocke Langhaus der Friedhofskirche St. Georg an. Heinrich Adam Croneis schuf die Barockaltäre (Hauptaltar: Hl. Georg, Nebenaltar St. Johannes Nepomuk). Die Muttergottesfigur über dem Tabernakel ist aus Alabaster gefertigt, die Kanzel ruht auf einem mächtigen Steinfuß, in den Steinmetzzeichen von 1605 bis 1733 eingemeißelt sind. Die Kreuzigungsgruppe an der Nordwand stammt aus dem Rokoko, die Lourdesgrotte wurde zum 50. Jubiläum des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis 1904 aus Tropfsteinen angebaut.

St. Michael Neusath

Die an Stelle eines Vorgängerbaus 1965 neu errichtete Dorfkapelle trägt das Patrozinium des Erzengels Michael. Der Innenraum ist sehr schlicht gehalten, Holzfiguren des Christus und des Hl. Michael stehen im Mittelpunkt. Außen an der Kirche ist die Gedenktafel für den großen Sohn des Dorfes, den Kanonikus. Kirchenmusiker und Komponisten Michael Haller (1840-1915) angebracht.

Wallfahrtskirche Maria Brünnl (Hl. Dreifaltigkeit)

Seit 1686 steht am Brünnlberg (früher Haberstrohberg) eine Marienkapelle mit einem Heilbrunnen. Die Quelle fördert radiumhaltiges Wasser, das v.a. bei Augenleiden helfen soll. (Das Plentl-Kreuz ganz in der Nähe zeugt von der Heilung eines Erblindeten.) Eine rege Wallfahrt setzte ein, so dass 1694 etwas oberhalb die Brünnlkirche Heilige Dreifaltigkeit gebaut und geweiht werden konnte. Das Patrozinium wechselte später zu "Maria Himmelfahrt"; an diesem Tag wird auch heute noch das Brünnlfest gefeiert. Herz der Kirche war früher eine Kopie des Mariahilf-Bildes der Bergkirche in Amberg von 1740 samt etlichen Votivbildern, das allerdings 1980 gestohlen wurde und nach seiner Wiederauffindung in der Pfarrkirche sicher verwahrt wird.
Am Ostermontag führt der Reit- u. Fahrverein Nabburg einen Osterritt von der Pfarrkirche zum Brünnl durch, den der Nabburger Kaplan hoch zu Ross begleitet.

Josefikapelle

An der Kemnather Str. steht die Josefikapelle. Wann und von wem sie erbaut wurde, ist unbekannt. Das Gemälde im Inneren zeigt die Sterbeszene des Hl. Josef. Jedes Jahr vom 10.-18.03. wird täglich von der Pfarrkirche hierher gepilgert und eine Novene gebetet. Zum Patrozinium (19.03.) beginnt hier die Lichterprozession zur Pfarrkirche.

Krankenhauskapelle "Christus, der verwundete Heiler" (Herz Jesu)

Beim Neubau des Krankenhauses 1956 wurde die Kapelle im 1. Stock miteingeplant. Die geschnitzte Christusfigur an der Stirnseite stellt Christus, den verwundeten Heiler dar und stammt wie die seitlichen Figuren von Waldemar Behrens aus Nabburg. Bei der Renovierung 1994/95 wurden die Fenster erneuert (Gestaltung Ruthild Langhammer) und der Altarraum verbreitert.
Seit der Schließung des Krankenhauses zum 1.4.2013 wird die Kapelle vom Haus St. Johannes, einer behütenden Einrichtung für Demenzkranke, genutzt und ist zu den Gottesdiensten öffentlich zugänglich.

Kapelle im Seniorenwohnheim Arche Noah

1951 wurde auch hier beim Bau eine Kapelle mit eingeplant. Die Holzfiguren stammen ebenfalls von Waldemar Behrens. Gottesdienste finden mittwochs vormittags statt. Pfr. i.R. Joseph Lobinger kümmert sich um die Seelsorge im Seniorenheim.